Diesen Artikel schrieb www.ilmtalnews.de
am 10.03.2003 über uns.
Jubiläum auf der Mattscheibe
Bad Berkas Lokalfernsehen feiert Geburtstag
(2003-03-10 | br)
Bad Berka (itn) - "Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der
Magazinsendung Stadtreporter Bad Berka TV." Mit diesem Satz wurden
die Zuschauer auch zur einjährigen Jubliäumssendung des Lokalfernsehens
Bad Berka in dieser Woche von Ina Schuboth begrüßt. Die Nachrichtensprecherin
des Info-Kanals der Kurstadt sprach – wie auch schon in den zwölf
Sendungen zuvor – am vergangenen Freitag die redaktionellen Beiträge
gewohnt souverän und routiniert in die Fernsehkamera.

Das engagierte "Stadtreporter"-Team
von Infokanal "Bad Berka TV" nach der 13. Sendung: Initiator
Hans-Wolfgang Schulze, Nachrichtensprecherin Ina Schuboth, Redakteur Fred
Ruppe und Kameramann Stefan Eberhardt (von links)
Dabei kam die gelernte Erzieherin nur durch einen mehr oder
weniger glücklichen Zufall zum Fernsehen. Während ihrer Tätigkeit
beim Kulturkreis Bad Berka hatte sie telefonisch mit Ernst-Wolfgang Schulze
Kontakt, der Anfang 2002 gerade dabei war, die Weichen für Lokalfernsehen
in Bad Berka zu stellen.
Schulze war damals auf der Suche nach einer Nachrichtensprecherin
und erkannte in der heute 24-Jähringen die perfekte Stimme für
das neue Medienformat, dass die Kurstadt dringend brauchte. Denn die IG
Gemeinschaftsantenne Bad Berka e.V. war seit 1998 im Besitz einer Lizenz
zur Ausstrahlung von Bewegtbildern.
Als
die Landesmedienanstalt aufgrund mangelnder Nutzung Anfang 2002 mit deren
Entzug drohte, stellte Schulze in einer Vorstandssitzung dringenden Handlungsbedarf
fest. Neben gelegentlich gesendeten Beiträgen vom Video-Club des
Ilmtreff, fehle generell die lokale Berichterstattung, bemängelte
er damals und legte ein Konzept für eine regelmäßige Magazinsendung
vor. "Stadtreporter Bad Berka TV" war geboren und ging das erste
Mal am 1. März 2002 auf Sendung.
In der Vorbereitung machte Schulze Station bei anderen Lokalsendern
in Thüringen, schaute sich Tricks und Kniffe ab und bewies erneut
ein glückliches Händchen bei der Personalauswahl. Der heutige
Medienmanager im Ruhestand war im Internet auf der Suche nach einem Redakteur,
der sich sowohl mit Video- als auch Computertechnik auskannte. Bei seinen
Recherchen stieß er auf die Website mediavideo.de, die von Fred
Ruppe ins Leben gerufen wurde. Der absolvierte damals die letzten Tage
seiner Ausbildung zum Mediengestalter und wurde nun – genauso wie
Sprecherin Ina Schuboth – ebenfalls quasi per glücklichem Zufall
für Bad Berka TV "entdeckt."
Und
mit ihm hat Ernst-Wolfgang Schulze einen guten Griff gemacht. Ruppe bannte
bereits 1986 in Blankenhain Aufnahmen von Jugendweihen auf Super 8 Schmalfilm.
"Damals kosteten 10 Minuten Farbfilm von ORWO 25 Mark, musste zur
Entwicklung eingeschickt werden und man wartete tagelang auf das Ergebnis"
erinnert sich der 32-jährige Blankenhainer an die Anfänge seines
Hobbys, das er heute zum Beruf gemacht hat. Heute hat er – die Kamera
immer griffbereit am Mann und ist in Bad Berka mindestens genauso bekannt
wie Ina Schuboth, die auch schon mal beim Einkaufen auf ihre Fernsehauftritte
angesprochen wird. Und obwohl ihr "Das ist doch die aus dem Fernsehen"
öfters einmal ins Ohr dringt, ist sie dennoch bodenständig geblieben.
Eine feste Arbeit suche sie leider noch immer, erklärt uns die sympathische
junge Frau, die eine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen hat. Denn
was viele nicht wissen – ihre Arbeit ist ebenso ehrenamtlich, wie
die vom Dritten im Bunde – dem zweiten Kameramann Stefan Eberhardt
(20).
Auch
der aus Blankenhain stammende Bundeswehr-Soldat hat großen Anteil
am Erfolg der Sendung. Stefan Eberhardt springt immer dann ein, wenn Kollege
Ruppe wegen Terminüberschneidungen oder anderer Aufgaben eine Veranstaltung
nicht wahrnehmen könnte. Und der weiß die Aufnahmen dann trotzdem
in guten Händen – schließlich haben beide gemeinsam schon
viele Projekte verwirklicht. Neben Videofilmen über die Festumzüge
in Blankenhain und Umgebung sind auch die
privaten Internetseiten der Stadt und einigen Firmen auf ihren Computer
entstanden.
Mit
den Filmaufnahmen allein ist natürlich keine Sendung zu machen. Die
Beiträge müssen noch redaktionell bearbeitet, vertont und geschnitten
werden, wobei letzteres mittlerweile ausschliesslich digital am Computer
geschieht. Vor dem Studiodreh mit Moderation der Filmbeiträge am
jeweils letzten Freitag im Monat, erstellt Fred Ruppe noch ein Storyboard,
in dem der genaue Ablauf der Aufzeichnung dokumentiert wird. Dann herrscht
in dem kleinen Studio in der Bad Berkaer Parkstraße absolute Ruhe,
wenn vier Scheinwerfer Ina Schuboth ins rechte Licht rücken, die
Canon XL 1s Videokamera läuft und er ihr die Zeichen gibt: "Kamera
läuft, Ton läuft. Achtung, Aufzeichnung... und bitte..."
Manchmal
bleiben natürlich auch Pannen nicht aus, gestehen beide und erinnern
sich schmunzelnd an eine Szene, die ganze 24 mal wiederholt werden musste,
weil Ina sich immer wieder im Text verhaspelte oder lautes Lachen von
ihr Besitz ergriff, weil laut Beitragstext der Teilnehmer einer Sportveranstaltung
"seine Eier nicht bei sich behalten konnte." Die Zuschauer können
über einige dieser sogenannten "outtakes", also verpatzte
und herausgeschnittene Szenen in der Jubiläumssendung sicher amüsieren.
Dafür, dass zumindest von technischer Seite her Pannen vermieden
werden, zeichnet sich der Techniker der Antennengemeinschaft verantwortlich.
"Werner Feuerstein ist der wichtigste Mensch hier, ohne ihn läuft
gar nichts", streicht Fred Ruppe auch dessen Verdienste heraus.
Zur Aufzeichnung der Sendung am 28. Februar lief alles
glatt – scheinbar ist die 13 doch eine echte Glückszahl. Die
einzige Szene, die nicht im Storyboard stand, war das Ende der Sendung,
als Ina Schuboth vor noch laufender Kamera von Fred Ruppe für ihre
bisherige Arbeit und Treue zur Sendung einen großen Blumenstrauß
überreicht bekam, über den sie sich auch riesig freute. Auch
Hans-Wolfgang Schulze, der noch bis Juli redaktionell für Berka TV
tätig war, war zur Aufzeichnung eingeladen. Auch wenn der Medienmanager
heute im Ruhestand ist, kann er sich noch nicht so ganz von "seinem
Baby" trennen.
Er
ist meistens der erste, der kurz nach der Premierenausstrahlung am Montagmorgen
um 10.00 Uhr in der Redaktion anruft und Fred Ruppe ganz ungeschminkt
seine Meinung zur Sendung kundtut. Der freut sich über das weitere
Engagement des eigentlichen Stadtreporter-Gründers, denn "gesunde
Kritik ist immer gut und hilft, unsere Arbeit zu verbessern." Und
auch die Zuschauer geben regelmäßig ein Feedback zur Sendung
ab, die vier Mal täglich ausgestrahlt wird. Immerhin erreicht der
Infokanal mit 2700 angeschlossenen Haushalten eine 95-prozentige Abdeckung
und ist auch in beiden Kliniken zu empfangen. Hatte die Redaktion zum
Sendestart noch Mühe, die damals 20 Minuten Sendung zu füllen,
muss Ruppe heute schon selektieren, was ausgestrahlt wird.
Bei
den Veranstaltungshinweisen und redaktionellen Zuarbeiten haben sowohl
die Kurverwaltung als auch der Kulturkreis Bad Berka einen großen
Anteil, betonte Fred Ruppe die gute Zusammenarbeit mit beiden Einrichtungen,
mit denen es mehrmals wöchentlich Treffs und Absprachen gebe. Zum
bewährten Sendeschema mit einem Rückblick auf den vergangenen
Monat und eine Veranstaltungsvorschau gesellt sich nun eine Rubrik, in
der auch alte Schmalfilme über Bad Berka vorgestellt werden. Ab März
wird jetzt zusätzlich in der zweiten Monatswoche die Sendung von
vor genau einem Jahr über den Bildschirm flimmern.
Das gesamte Projekt wird von der Antennengemeinschaft getragen
und finanziert sich neben den Mitgliedsbeiträgen auch mit Werbeeinnahmen.
Nachdem sich zu den Videotexttafeln nun auch schon Videowerbung gesellte,
denkt Ruppe daran, die Zusammenarbeit in dieser Richtung mit den regionalen
Touristikern zu intensivieren. So sollen u. a. gemeinsam mit der Kurverwaltung
und den "Ilmtalern" Präsentationsvideos über Bad Berka
und den Ilmradweg entstehen. Sogar Gedanken an eine erste Live-Sendung
hegt das Team bereits, wenn es in die Zukunft blickt. Als Kandidaten für
diese Premiere haben sie das Parkfest im Juni avisiert.
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